Der Merker

Dienstag, 21. November 2017

Rezensionen

© Wiener Staatsoper GmbH/Michael Pöhn

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Rezensionen Oper

Wiener Staatsoper

Francesco Cilèa:
»Adriana Lecouvreur«

Von THOMAS PROCHAZKA

Hätte es eines Beweises bedurft, er wäre hiermit erfolgreich erbracht: Ein Werk mag noch so unbekannt sein; wird es mit ersten Sängern besetzt und einer Auge und Verstand nicht beleidigenden Scene gegeben, ist das Haus ausverkauft. Noch dazu in Wien, wo das Publikum der Sänger wegen kommt: — niemals aber der Produktionen wegen. (Dies allen Feuilletonisten und zukünftigen Direktoren ins Stammbuch.)

Regisseur David McVicars Produktion der Adriana Lecouvreur ist — ihrer Schwester, Laurent Pellys La fille du regiment gleich — eine Wanderinszenierung. Welche nun, nach sechs Vor­stellungen im Feber und März 2014, wieder in Wien Station macht.

Regisseur David McVicar siedelte die Scene in der Originalzeit, um 1730, an. Eine Transformation in die Gegenwart lehnte er ab, denn »die Figuren passen in kein modernes Umfeld. Der Abbé zum Beispiel — wie sollte er in der heutigen Zeit glaubhaft wirken?« So kommt das Publikum in den Genuß eines hölzernen Bühnenbildhauses, Kandelabern (Bühne: Charles Edwards) und geschmackvollen, wunderschönen und dabei die Opulenz jener Zeit nicht verleugnende Kostümen (Brigitte Reifenstuel).

Adrienne Couvreur, geboren am 5…

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© Wiener Staatsoper GmbH/Michael Pöhn

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Rezensionen Oper

Wiener Staatsoper

Leoš Janáček:
»Kát’a Kabanová«

Von THOMAS PROCHAZKA

Vom groß angekündigten Janáček-Schwerpunkt blieben uns Das schlaue Füchslein, Jenůfa und Kát’a Kabanová. Diesmal neu besetzt, mit Rollen-Debuts an der Wiener Staatsoper.
Zu berichten ist von keinem fehlerlosen, aber einem kurzweiligen und musikalisch interessanten Opernabend.

André Engel verlegte die Handlung ins New York der russischen Auswanderer. Läßt sie dort von der Wolga träumen und bietet trostlose Ziegelhöfe, wo von weitläufigen Gärten mit Büschen und Toren gesungen wird. … Fortwährender Widerspruch von Gezeigtem und Gesungenem also, wie’s heutzutage Brauch auf unseren Bühnen.

Allerdings: Gestern abend störte das nicht. Denn da stand Graeme Jenkins am Pult und entlockte dem Staatsopernorchester einschmeichelnde Kantilenen, nur um gleich darauf wieder schroffe Akkorde übereinanderzutürmen. Da sang und spielte ein homogenes Ensemble, mit Ausnahme von Janina Baechle und Evelyn Herlitzius allesamt Mitglieder des Hauses.

Begonnen hatte der Abend ein wenig verhalten, wechselte Janina Baechles Mezzosopran mehrmals inmitten der Phrasen die Farbe…

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© Wiener Staatsballett/Ashley Taylor

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Rezensionen Ballett

Wiener Staatsballett

MacMillan | McGregor | Ashton

Von ULRIKE KLEIN

Im Herbst 1967 erlebte das Haus am Ring vier Vorstellungen von Sir Frederick Ashtons Marguerite and Armand mit dem Paar, für das es geschaffen wurde: Dame Margot Fonteyn und Rudolf Nurejew. Zu Ehren des fünfzigjährigen Jubiläums programmierte Manuel Legris einen englischen Abend mit Arbeiten der choreographischen Meister Sir Kenneth MacMillan und Sir Frederick Ashton sowie Wayne McGregor.
Es ist die erste Première des Wiener Staatsballetts in der Staatsoper in der Saison 2017/18.

Sir Kenneth MacMillan: »Concerto«

Concerto (aus dem Jahr 1966) von Sir Kenneth MacMillan zum Klavierkonzert Nr 2 in F-Dur, op. 102, von Dimitri Schostakowitsch eröffnete den dreiteiligen Abend. Den temperamentvollen Pas de deux im ersten Satz bestritten Nikisha Fogo und Denys Cherevychko. Es war ein Feuerwerk an Sprüngen, Drehungen und Richtungswechseln.

Nina Polakova und Roman Lazik kam die Ehre zu, den wunderbaren zweiten Satz zu tanzen. Ruhig und sehr gezielt zeigten die beiden ersten Solisten ihr Können. Klare Linien dominierten diesen Pas de deux.

Ursprünglich war auch für den Schlußsatz ein Pas de deux geplant…

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© Wiener Staatsoper GmbH/Michael Pöhn

Rezensionen Oper

Wiener Staatsoper

Antonín Dvorák: »Rusalka«

Von THOMAS PROCHAZKA

Das Haus am Ring überraschte mit einem stimmigen und musikalisch hervorragenden Abend, Rollen- und Haus-Debuts inklusive. Tomáš Hanus evocirte mit dem Staatsopernorchester Dvoráks volksliedhaften Ton, trug die Sänger auf Händen.
Eine dringende Empfehlung.

Früher — war alles besser. Man ging in die Oper, las die Inhaltsangabe im Programmheft und folgte, der gesungenen Sprache nicht mächtig, dem Geschehen zwischen den Bühnenportalen. Heute entblößen die Ablenkung schaffenden Untertitelsysteme jede scenische Dummheit. Und deren gibt es viele in Sven-Eric Bechtolfs Inszenierung: Wenn beispielsweise die erste Elfe im winterlichen Bühnenbild davon zu singen hat, wie die Glühwürmchen ihr blondes Haar umspielen. … Nein, nein: Des Spielvogt Arbeit wird auch beim wiederholten Wiedersehen nicht besser.

So blieb die musikalische Seite des Abends. Und da gab’s kaum etwas auszusetzen…

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© Wiener Staatsoper GmbH/Michael Pöhn

Rezensionen Oper

Wiener Staatsoper

Sergej Prokofjew:
»Der Spieler«

Von THOMAS PROCHAZKA

Phänomen, das. Wann immer eine selten gespielte Oper auf die Bühne gehievt wird, machen sich die Beteiligten desselben Cardinalfehlers schuldig: das Werk in einer verzerrten, zumeist modernisierten Fassung zu zeigen, anstatt ein unwissendes Publikum mit einer möglichst werkgetreuen Inszenierung zu begeistern.

Karoline Gruber bildet keine Ausnahme. Sie siedelte Prokofjews Oper nicht in der (imaginären) deutschen Stadt Roulettenburg an, sondern einer nicht zeitlich nicht einzuordnenden Glamour-Welt. Einmal glaubte ich mich im Berlin der 1920-er Jahre, danach in den U.S. der 1950 mit ihren unzähligen Glühlampen der Caroussels. Nie aber im deutschen Kaiserreich des Jahres 1866, in welchem Fjodor Michailowitsch Dostojewskis Roman erschien. Nichts paßte zusammen. Der »Regisseuse« (nennt man das so?) gelang es sogar, ein Werk über das Roulette-Spiel zu inszenieren, ohne daß auch nur ein einziger Roulette-Zylinder oder -Tisch zu sehen war. 

Mit ihrem Ansatz jedoch invalidierte Gruber das Werk…

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